Katherina Standhartinger, Hirzel Verlag, ISBN 978-3-7776-1640-7, 195 Seiten, ca. 26 Euro Mal Hand aufs Herz – wie lange ist Ihre letzte Auseinandersetzung mit „elektrophiler aromatischer Substitution“ her? Keinen blassen Schimmer, was das sein könnte? Aber der Begriff „homologe Reihe“ ist Ihnen sicher noch bestens in Erinnerung? Fehlanzeige? Glückwunsch! Sie sind quasi prädestiniert für das Buch „Organische Chemie für Ahnungslose“. Zu Schulzeiten vielleicht verhasste und daher abgewählte Fächer können im späteren Leben schnell wieder auftauchen – als dringend zu beseitigendes, schmerzliches Defizit. Etwa dann, wenn es ans Studium der Biologie oder Medizin geht und der Chemieschein ansteht. Dann heißt es, das verschüttete Wissen aus vielen Jahren Schulunterricht in kürzester Zeit aufzufrischen oder komplett neu zu erlernen. Und wenn nicht ganz zufällig die eigene große Schwester Chemielehrerin ist und auch noch über ausreichend Zeit und Geduld verfügt, dann bleiben gar nicht so viele Optionen. Für solche Fälle ist der Bestseller von Katherina Standhartinger bestens geeignet, denn die Autorin hat ihr Buch nach dem Motto konzipiert: „Weniger Bäume, mehr Durchblick im Wald“. Die komplexe Thematik der organischen Chemie mit ihren Millionen möglichen Verbindungen wird im Kern bestimmt von einer durchaus überschaubaren Zahl an Grundprinzipien. Das Buch – ideal zum Selbststudium geeignet – vermittelt diese in straff organisierter Weise mittels kurzer, schnörkelloser Texte in präziser Sprache nebst Skizzen und Strukturformeln. Zahlreiche Übungsaufgaben mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen ermöglichen die Kontrolle des Lernfortschritts. Und mal ganz unter uns: Sogar im Berufsleben kann uns die Chemie schnell einholen, selbst da, „wo man sich vor ihr sicher wähnt“ – im Management, in der Verwaltung, in Behörden oder gar in Banken. Ob projektbezogen oder als langfristiges neues Engagement durch den Firmen- oder Aufgabenwechsel – um mitreden und entscheiden zu können, ist Grundlagenwissen gefragt. Das Buch kann auch hier schnell für den nötigen Durchblick sorgen – und dient auch nach dem Selbststudium als griffiges Nachschlagewerk. Nachtrag: Mit „Chemie für Ahnungslose“ ist ein weiteres empfehlenswertes Buch von Katherina Standhartinger erschienen. Hilfreich für alle, die sich entweder die Grundlagen der Chemie mit möglichst geringem zeitlichem Aufwand erarbeiten müssen oder gezielt einzelne Details nachschlagen wollen. Meike Wiese und Michael Graef 30.05.2010 © TM 2.0 Technische Mitteilungen – Technical Reports |