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TM 2.0
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Maschinen- und Anlagenbau
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Redaktionsrichtlinien selbst erstellen für CE-konforme Betriebsanleitungen im Maschinen- und Anlagenbau

Von W. W. Pichler

Unternehmen und Organisationen, die mit selbst erstellten Redaktionsrichtlinien arbeiten, schotten diese gegenüber der Außenwelt ab. Veröffentlichungen findet man nur im angelsächsischen Sprachraum. Aber für den Eigengebrauch benötigt man Muster in der Arbeitssprache Deutsch. Und da es solche nicht zu kaufen gibt, sollen die Beispiele und Anregungen in diesem Beitrag ermuntern, eigene Redaktionsrichtlinien zu entwickeln.

Nutzen und Kostenersparnis

Anleitungen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entstehen meistens aus zusammengewürfelten Textquellen und Versatzstücken von Vorgänger- oder Parallelmodellen und Zulieferungen aus verschiedenen Abteilungen. Dass dabei unterschiedlichste Autoren und Redakteure am Werk waren, sieht man den verschiedenen (oder keinen) Sprachstilen an. Kunden mit einheitlicher Sprache anzusprechen, zeugt aber von systematisch gepflegter Unternehmenskultur.

Eine Redaktionsrichtlinie erlaubt sicheres und leichtes Schreiben mit einheitlichen Begriffen und verständnisfördernden Sprachstilen und hat den Charakter einer Verfahrensanweisung im Qualitätsmanagement-Handbuch nach ISO 9000ff. Die Redaktionsrichtlinie verringert Schreib- und Korrekturaufwand und sichert die Nachhaltigkeit der Textqualität mit organisationsweiten Standardregeln auch im Falle von Personalfluktuation. Sie ist also ein wesentlicher Beitrag zur Effizienz und Rationalisierung.

Zum erstmaligen Erstellen werden mindestens 20 Manntage erforderlich sein. Kontinuierliche Pflege und Anpassungen werden weiteren Zeitaufwand brauchen. Bei konsequenter Anwendung wird sich die Redaktionsrichtlinie aber bereits beim ersten Textprojekt amortisiert haben. Wenn sich Autor, Redakteur und Übersetzer an eine Redaktionsrichtlinie halten, können die Übersetzungskosten um bis zu 50 % sinken – ein nicht zu vernachlässigender Faktor in einer globalisierten Wirtschaftswelt.

IST-Zustand analysieren

In der Industrie kann es nur Redaktionsrichtlinien geben, die sich an einem bestimmten Zweck – an einem bestimmten Produkt oder an einer Produktgruppe orientieren, anders als z.B. bei einem Zeitschriftenverlag, der seine Journalisten und Reporter weltweit auf einen konformen Auftritt zu jeglichem Thema in der globalen Arbeitssprache Englisch verpflichten muss. Wir wollen also eine bestimmte Produktgruppe auswählen, die im Maschinen- und Anlagenbau regelmäßig relevant ist: Betriebsanleitungen nach EG-Maschinenrichtlinie. Diese fordert (in Verbindung mit dem offiziellen Kommentar der EU-Kommission), den Wissensstand und die Verständnisfähigkeit der Zielgruppe zu berücksichtigen.

Die harmonisierte Maschinensicherheitsnorm EN ISO 12100-2 ergänzt diese Forderung: „Die Benutzerinformation muss so einfach und knapp wie möglich sein und sollte mit durchgängig verwendeten Benennungen und Einheiten ausgedrückt werden, wobei ungewöhnliche Fachbegriffe eindeutig erklärt werden."

Die nicht harmonisierte Querschnittsnorm EN 62079 „Erstellen von Anleitungen. Gliederung, Inhalt und Darstellung" geht noch etwas weiter:

(...)

Der Autor:
Dipl.-Ing. Dipl. Betriebswirt Wolfram W. Pichler ist Inhaber des „ingenieur-büro pichler berlin" und Geschäftsführer der „pichler electronic publishing gmbh" in Berlin. Daneben ist er Referent, Lehrbeauftragter und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Technische Dokumentation. Er arbeitet zudem bei den VDI-Richtlinien und den DIN EN ISO-Normen mit und ist als Unternehmensberater für EG-Konformität tätig.

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25.04.2010

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