Die Preisträger des „Start Up Energy Transition Award“ der Deutschen Energie-Agentur (dena) stehen fest: Sechs Startups aus Frankreich, Deutschland, Indien, Bangladesch und Nigeria wurden ausgezeichnet, weil sie mit ihren innovativen Geschäftsideen für die Energiewende und den weltweiten Klimaschutz überzeugten.

Eine international besetzte hochkarätige Jury hatte die Unternehmen aus mehr als 500 Bewerbungen aus 66 Ländern ausgewählt. 18 Finalisten präsentierten ihre Ideen und Visionen beim „Start Up Energy Transition-Tech Festival“ in Berlin, das Startups mit Unternehmensvertretern aus aller Welt zusammenbrachte. Mehr als 100 Kooperationspartner aus über 25 Ländern unterstützten die Initiative. Am 20. März 2017  wurden die Awards in sechs Kategorien im Rahmen der Abendveranstaltung des parallel stattfindenden Berlin Energy Transition Dialogue, der internationalen Energiewendekonferenz der Bundesregierung, vor den hochrangigen Konferenzteilnehmern vergeben.

Laudatoren des Start Up Energy Transition Award

Zu den sechs Laudatoren des Abends gehörten Patricia Espinosa, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), Thomas Birr, Senior Vice President Innovation & Business Transformation (innogy), Dr. Katrin Leonhardt, Direktorin der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Felix Zhang, Geschäftsführer von Envision Energy, Adnan Amin, Generaldirektor der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) sowie Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Start Up Energy Transition Award wurde in sechs Kategorien verliehen:

Kategorie Urban Energy Transition:

BeeBryte – Building Energy Intelligence (Frankreich): BeeBryte hat eine cloud-basierte Software-Lösung entwickelt, die den Energiekonsum optimieren soll.

Begründung der Jury: BeeBryte bietet eine einzigartige und umfassende Lösung an, Energieverbrauch und -speicherung in Gebäuden zu ermöglichen. Das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die globale Energiewende.

Kategorie Cleantech against Climate Change:

Hydrogenious Technologies GmbH (Deutschland): Die Liquid Organic Hydrogen Carrier-Technologie ist eine Lösung zur sicheren und verlässlichen Speicherung von Wasserstoff.

Begründung der Jury: Das Geschäftsmodell der Hydrogenious Technologies GmbH ermöglicht den Klimaschutz in einer noch nicht komplett digitalen Welt. Ihre Technologie kann einen immensen Beitrag zur Dekarbonisierung in verschiedenen Sektoren leisten.

Kategorie Future Production & Manufacturing:

Sicoya GmbH (Deutschland): Sicoya hat kostengünstige, energieeffiziente und skalierbare optische Transceiverchips für Serververbindungen entwickelt, die in die Serienproduktion gehen können.

Begründung der Jury: Die weltweite Nachfrage nach Rechenzentren wächst rasant. Die Lösung der Sicoya GmbH ist sehr gut skalierbar und kann die Effizienz von Rechenzentren enorm steigern.

Kategorie Mobility meets Energy Transition:

Thermal Energy Service Solutions Private Limited (TESSOL) (Indien): Auf Basis der „Thermal Energy Storage“ Technologie hat das Unternehmen einen elektrisch betriebenen Kühllaster gebaut, der nach einem so genannten „Plug&Chill“-System funktioniert.

Begründung der Jury: Die Jury hat TESSOL gewählt, weil Kühlsysteme weltweit für eine effiziente Nahrungsmittelversorgung sorgen können. TESSOL hat deutlich gemacht, wie seine Technologie CO2 Emissionen vermeiden und fossile Brennstoffe sparen kann.

Kategorie Platforms and Communities:

ME SOLshare (Bangladesch): Mit ihrem micro-grid bringt ME SOLshare Energie in Regionen von Bangladesch, die bisher nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, und ermöglicht den lokalen Handel mit der gewonnenen Energie.

Begründung der Jury: Die Technologie von ME SOLshare zeigt, wie man individuelle Photovoltaik-Lösungen in einem micro-grid lückenlos verbinden und gleichzeitig einen sozialen Nutzen durch das gemeinschaftsorientierte Design erzeugen kann. Dieses Konzept ist nicht nur in Bangladesch, sondern weltweit in netzfernen Regionen anwendbar.

Kategorie Special Prize: Sustainable Future For All: Startup SDG 7:

ColdHubs (Nigeria): ColdHubs ist ein modulares „Plus & Play“-Kühlsystem, das jenseits existierender Stromnetze mit Solarenergie betrieben werden kann und Landwirten die Möglichkeit bietet, die Nutzung über ein pay-as-you-store System abzurechnen.

Begründung der Jury: ColdHubs hat eine einfache Lösung für ein komplexes globales Problem. Sie ermöglicht Landwirten, ihr Einkommen zu steigern, indem sie Verluste ihrer sonst leicht verderblichen Erzeugnisse reduzieren. Die Technologie lässt sich in vielen Branchen anwenden.

Stimmen von Veranstalter und Jury

„Wir waren beeindruckt von der Vielzahl herausragender innovativer Geschäftsmodelle für die Energiewende, die uns Bewerber aus aller Welt geschickt haben“, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Mit dem Start Up Energy Transition Award wollen wir Vordenker und Enabler der globalen Energiewende zusammenbringen und so ein internationales Netzwerk aus Unternehmen, Startups und nachhaltig wirtschaftenden Organisationen schaffen. Denn nur mit Innovationen machen wir Energiewende und Klimaschutz zu einem weltweiten Erfolgsmodell.“

„Wir sind begeistert von der Innovationskraft der eingereichten Ideen“, sagte Felix Zhang, Group Executive Director von Envision Energy und Mitglied der Award Jury. „Nicht nur die von uns ausgezeichneten Geschäftsmodelle zeigen, dass eine Zukunft mit sauberer, sicherer und reichlich vorhandener Energie möglich ist. Auch die anderen Ideen sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Weitere Informationen:
Deutsche Energie-Agentur
www.dena.de

Bildhinweis:
Start Up Energy Transition Award – Preisträger auf der offiziellen Abendveranstaltung des Berlin Energy Transition Dialogue (BETD) am 20. März 2017 im Kino International in der Berliner Karl-Marx-Allee. Quelle: Deutsche Energie-Agentur (dena).

21.03.2017