Nichtwohngebäude rücken immer stärker in den Fokus der Sanierungsbemühungen. Sie stellen zwar nur weniger als 20 Prozent der Gebäude, sind aber für mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs in dem Bereich verantwortlich. Bundesweit stehen vier bis fünf Millionen Nichtwohngebäude. In Baden-Württemberg sind es beispielsweise rund 440.000 – der kommunale Anteil beträgt rund 7 Prozent, der Firmenanteil rund 93 Prozent.

Kampagne soll über Vorteile durch die energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden informieren

Um Eigentümer von Büro- und Gewerbegebäuden über den Nutzen der Gebäudesanierung zu informieren, verstärkt Zukunft Altbau, ein neutrales Marketing- und Informationsprogramm, gefördert durch das Umweltministerium Baden-Württemberg, seine Informationskampagne. Dazu gehören eine Broschüre sowie ein regelmäßig erscheinender Newsletter. Auf Veranstaltungen und in der Pressearbeit wird das Thema energetische Sanierung von Nichtwohngebäuden ebenfalls präsent sein.

Potenzial nichtinvestiver Maßnahmen

In vielen Unternehmen und Kommunen liegen große Einsparpotenziale brach: Allein durch nichtinvestive Maßnahmen wie Nutzersensibilisierung und Verbrauchsmonitoring können mindestens 10 Prozent Energie eingespart werden. Durch besser gedämmte Außenflächen, eine moderne Gebäudeheizung, erneuerbare Energien und Lüftungstechniken zum effizienten Luftaustausch kommen noch einmal bis zu 70 Prozentpunkte hinzu.

Eine umfassende energetische Bestandsaufnahme durch Gebäudeenergieberater zeigt, wie hoch der Sanierungsbedarf ist, welche technischen Möglichkeiten bestehen und auf welche staatlichen Fördertöpfe zugegriffen werden kann.

Große Einsparpotenziale durch energetische Sanierung

In großen Gebäuden besteht meist ein besonders hoher Bedarf an Beleuchtung, Lüftung und Klimatisierung. Hier gibt es viele technische Lösungen, um die Gebäudeenergieversorgung wirtschaftlich zu machen. Für die Erneuerung der Beleuchtung gibt es im Gegensatz zu Wohngebäuden sogar eine staatliche Förderung der KfW.

Auch der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage und die Dämmung der Rohrleitungen sowie Armaturen lohnen sich: In Nichtwohngebäuden kann es aufgrund der Größe der Gebäude und der Länge der Leitungen hohe Verteilverluste geben. Eine ganzheitliche energetische Sanierung sorgt dafür, dass zugige Büros, hohe Heizkosten im Winter und überlastete Klimaanlagen im Sommer der Vergangenheit angehören.

Die energetische Sanierung steigert außerdem den Wert der Immobilie, erhöht die Wirtschaftlichkeit, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, macht unabhängiger von Energiepreisen, sorgt für Verbesserungen beim Raumklima und ein erhöhtes Wohlbefinden der Mitarbeiter, mit der Folge, dass ihre Leistungsfähigkeit steigt und der Krankenstand sinkt. Zudem sorgt energetische Sanierung ganz nebenbei für ein gutes Image.

Weitere Informationen:
Zukunft Altbau
KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH
www.zukunftaltbau.de

Bildhinweis:
Thema energetische Sanierung: Symbolbild (Quelle: pixabay.com)

10.02.2017