Prof. Dr. Stefan Heinemann ist Prorektor für den Bereich Kooperationen an der FOM Hochschule sowie Sprecher des Hochschulbereichs „Offene Hochschule“ und Nachhaltigkeitsbeauftragter. Daneben ist Stefan Heinemann Repräsentant der gemeinnützigen Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft, wissenschaftlicher Co-Direktor im ifpm Institut für Public Management, Leiter der Forschungsgruppe „Ethik der Gesundheitswirtschaft & Medizinethik“ im ifgs Institut für Gesundheit & Soziales und als Fachbeirat in diversen Forschungs- und Bildungsinstitutionen engagiert. Bundesweit ist Stefan Heinemann in verschiedenen ehrenamtlichen Aktivitäten engagiert und u. a. Initiator von „KidsgoMINT“, einer der größten Initiativen zur Förderung frühkindlicher Technikbegeisterung in Deutschland mit über 100 Kitas sowie Initiator von „Lieblingsfarbe BUNT – Gemeinsam einstehen für Toleranz, Respekt und Hilfe“. Zudem ist er in diversen Initiativen rund um Integration und Gesellschaft aktiv. Stefan Heinemann ist studierter Theologe und Philosoph, verfügt über langjährige Management- und Beratungserfahrung, ist als Musikproduzent und Unternehmer bei RUHRTONE.com tätig sowie Hobbyboxer. Bisher war Stefan Heinemann in rund 300 Keynotes, Vorträgen, Workshops und Seminaren aktiv.

 

Wie würden Sie Ihren Job / Ihre Mission in einem Satz beschreiben?
Voller Einsatz für Bildung, Wissenschaft und Gerechtigkeit.

Wie beginnt für Sie ein idealer Arbeitstag?
Früh, sportlich, liebevoll und den Kopf voller Ideen.

Welche Ihrer Eigenschaften war für Ihren Erfolg am entscheidendsten?
Wenn „Erfolg“ bedeutet, Ziele zu haben und zu TUN, dann mag das ein oder andere gelungen sein. Dafür zentral: Kreativität & Denklust, Tatkraft, Offenheit & Neidfreiheit und eine erhebliche Resilienz. Egal ob Wissenschaft, Management, Musik oder Ehrenamt.

Dass Sie heute da sind, wo Sie sind, ist überwiegend Zufall oder kluge Planung?
Gute Lehrer zu haben ist weder Zufall noch Planung. Es ist Fügung.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Kind.

Wer ist Ihr wichtigstes Vorbild?
Meine Lehrer.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Erfolg hat drei Buchstaben, TUN.

Welche Fehler können Sie bei anderen am ehesten verzeihen?
Die allermeisten. Da ich selber so viele habe, ist das nicht schwer.

Wie motivieren Sie sich nach einem Misserfolg neu?
Scheitern ist bloß eine Chance für einen neuen Erfolg. Aufstehen. Krönchen habe ich nicht, aber ich richte mir dann eben den Bart.

Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Job tauschen?
Mit niemandem.

Welche nicht genutzte Chance bereuen Sie heute am meisten?
Ich würde nicht alle Fehler nochmal machen, Chancen trauere ich nicht nach, sondern suche mir neue.

Was (Buch, Film, Ausstellung etc.) hat Sie zuletzt am meisten bewegt/begeistert/inspiriert?
„Über Grenzen denken: Eine Ethik der Migration“ – von Julian Nida-Rümelin. Ich bin nicht in allem derselben philosophischen Auffassung, meine aber, hier wurde mit Recht und gut ein hochrelevantes Thema neu adressiert. Da ich mich selber leidenschaftlich seit Jahren für eine BUNTE Welt engagiere, eine Welt in der es nicht zuviel Gleichheit und nicht zuwenig Gerechtigkeit gibt. Eine Welt, in der wir qualifiziert „Willkommen“ sagen ohne Angst und ohne Naivität. Mit der Initiative „Lieblingsfarbe BUNT“ versuche ich einen kleinen Beitrag in diese Richtung zu leisten.

Was möchten Sie in Ihrem Leben gerne noch erreichen bzw. unbedingt einmal unternehmen?
Unser Ruhrpott ist bunt. Und Essen ist meine Lieblingsfarbe. Dafür lohnt es sich einzustehen und zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. In diesem Sinne möchte ich mein ehrenamtliches Engagement gerne ausbauen wo es möglich und sinnvoll ist. Außerdem einen Hobby-Boxkampf mit einem Boxer durchstehen über einige ordentliche Runden. Mit meinen Partnern bei RUHRTONE.com viele tolle Künstler und Songs auf den Weg bringen.

Bei welchem Ereignis der Vergangenheit wären Sie gerne dabei gewesen?
Dort, wo ich etwas hätte bewegen können.

Zur Zukunft der EU: in zehn Jahren Geschichte oder stärker denn je?
Ohne eine einheitliche Wertebasis die breit diskutiert und getragen wird von den Menschen wird es die EU noch geben, aber kein Europa.

Stichwort künstliche Intelligenz: überwiegend Chance oder Gefahr?
„KI“ ist anthropogen, zumindest noch – vor Skynet, dem Supernetzwerk aus den Terminator-Filmen. Deskriptiv ist die entscheidende Frage, ob wir Skynet qua „Laborfehler“ erschaffen können – d. h. ob die Sicherheitsfragen auch mögliche Fehlexperimente im Blick behalten. Jedenfalls ist es normativ nicht wünschenswert, dass wir noch einen Weg finden, uns aus der Verantwortung zu schleichen. Dass gilt auch für die Frage nach der Verantwortung für die KI als KI ab einem gewissen Punkt. Daher kann ich die Frage so klar nicht beantworten. Es hängt eben davon ab, was wir daraus machen. An die normative Kraft des Faktischen glaube ich nicht.

Haben Sie einen Tipp für junge Menschen, die über ihre Ziele im Leben nachdenken?
Bleibt sauber. Und geht ran. Dann läuft es.

 

Bildhinweis: Foto Prof. Dr. Stefan Heinemann: © Amela Radetinac (Composing: TM 2.0 / Hintergrundbild: pixabay.com)